21.02.2020

Podologie auf Verordnung – Geänderte Heilmittelrichtlinie tritt zum 1. Juli 2020*) in Kraft

Medizinische Fußpflege, auch als Podologie bezeichnet, gibt es jetzt nicht mehr nur für Diabetiker auf Verordnung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) – das höchste Beschlussgremium der Selbstver­waltung im Gesundheitswesen – am 20.02.2020 in Berlin be­schlossen. Voraussetzung ist, dass die Patienten genauso gefährdet sind, wie Menschen mit einem diabetischen Fußsyndrom.

Arzt prüft Gefährdung der Betroffenen
Eine Verordnung für die Podologie  erhält demnach, wer vergleichbare Schädigungen der Haut und der Zehennägel hat und aufgrund von krankhaften Gefühlsstörungen kaum Schmerzen empfindet. In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass sich Patienten selbst verletzen und es dadurch zu Entzündungen und Wundheilungsstörungen kommt. Der Arzt muss prüfen, wie gefährdet die Patienten sind. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn an den Füßen schon tiefe Verhornungen, Einblutungen, Risse oder gar schon Geschwüre vorhanden sind. Auch eine zusätzliche Durchblutungsstörung ist ein Risiko.

Patientenvertreterin Rink: „Schwere Folgeschäden verhindern“

„Wenn man schwere Folgeschäden bis hin zu einer Amputation und damit vor allem auch Leid für Patientinnen und Patienten verhindern will, dann ist eine professionelle Podologie ein absolut grundlegender Baustein“, sagte Marion Rink, Patientenvertreterin und Sprecherin im zuständigen Unterausschuss Veranlasste Leistungen.

Bestimmte Rheumatiker erhalten Podologie auf Rezept
Marion Rink, Patientenvertreterin und Vizepräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, setzt sich im Gemeinsamen Bundesausschuss schon seit längerem gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Helga Jäniche dafür ein, dass die Heilmittelrichtlinie in Bezug auf die Podologie geändert wird. „Unter bestimmten Voraussetzungen ist nun eine Verordnung zulasten der Krankenkasse bei einigen rheumatischen Erkrankungen möglich. Dazu gehören einige Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen und Kollagenosen mit nachweisbaren Gefühlsstörungen der Füße mit oder ohne Durchblutungsstörungen. Das ist erst einmal ein Anfang, die Tür ist aufgestoßen“, erklärte Rink. Die Heilmittel-Richtlinie tritt zum 1. Juli 2020 in Kraft.

Deutsche Rheuma-Liga
Die größte deutsche Selbsthilfeorganisation im Gesundheitswesen infor­miert und berät Betroffene unabhängig und frei von kommerziellen Inte­ressen, bietet praktische Hilfen und unterstützt Forschungsprojekte zu rheumatischen Erkrankungen. Der Verband mit rund 300.000 Mitgliedern tritt für die Interessen rheumakranker Menschen in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein.

Ansprechpartnerin:
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
Annette Schiffer | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Welschnonnenstraße 7
53111 Bonn

E-Mail: schiffer@rheuma-liga.de
Twitter: https://twitter.com/DtRheumaLiga

*) Voraussetzung ist die Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger

Die Pressemeldung des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Änderung der Heilmittel-Richtlinie können Sie hier einsehen und herunterladen.